Das
Handbuch aus der Cutter-Praxis beschreibt in 15 Kapiteln,
wie der ambitionierte Anwender mit dem Profitool während
der Post Production und seinem Videomaterial umgehen sollte
und vermittelt die gehörige Portion an Wissen dafür.
Der Autor achtet allerdings auch darauf, dass das "Ökosystem"
um die Software nicht vernachlässigt wird. Dabei werden
Themen wie DV-Grundlagen, Schnittstellen, Video-Hardware,
Formate und Arbeitsabläufe in der Nachbearbeitung behandelt.
Jede Menge Tipps aus der echten Praxis findet man ebenfalls
in diesem Buch.
"Die sicherlich wichtigste
und am häufigsten angewandte
Korrektur in der Videobearbeitung ist die Farbkorrektur.
Es kommt so gut wie nie vor, dass Kameraaufnahmen den
Farben entsprechen, die sie eigentlich haben sollen bzw.
die man selbst haben möchte" (S. 599).
Damit wird beispielsweise auf die
3-Wege-Farbkorrektur hingewiesen, die sehr intuitiv zu bedienen
sein soll. Da die Autoren auch viele andere Videoanwendungen
ausprobiert haben, können
diese auch Vergleiche zu anderen Anwendungen ziehen und klar
unterstreichen, dass sie "keine Videoapplikationen mit einer
derart einfach zu bedienenden Farbkorrektur" kennen gelernt
haben. Auf der anderen Seite haben wir uns gewundert, warum
Ausgabeformate wie MPEG-1 oder DivX als DAS aktuelle Topformat
für den Export tituliert werden, "denn
beim Export unterscheiden wir nicht nur zwischen Filmen,
EDLs und Bildsequenzen, sondern innerhalb der Filme zwischen
den Formaten QuickTime, AVI, DV Stream, MPEG-1 und -2 sowie
innerhalb dieser Formate wiederum zwischen Größe,
Bitraten und Export-Codecs" (S.
759). Zum Zeitpunkt des Verfassens gab es doch schon den
H.263 und H.264 Codec, was ein wenig an dem Vertrauen in
den Autor zweifeln lässt. Eine Stichwortsuche würde
sicherlich der ein oder andere Anwender ebenfalls begrüßen,
denn auf der Suche nach dem Begriff "EDL" mussten wir
ein Online-Nachschlagewerk bemühen statt dem Buch, aus
welchem wir den Testleser haben querlesen lassen.
Nur zur
Info:
Edit Decision
List (EDL) wird auch Schnittliste genannt
und beinhaltet die Timecodes aller
Schnitte, eine Schnittliste mit Anweisungen für die
Ausführung des On-Line-Schnittes. Die EDL enthält
die Timecodes der In- und Out-Punkte, der Quellen- und des
Zielbandes, Informationen über Video -
und Tonspuren sowie Überblendungen (Quelle
wikipedia).
Diese Buchbesprechung weist deutlich
darauf hin, dass trotz dieser Zweifel das Handbuch ein hervorragender
Helfer für
Videoschnitt, Korrekturen und Effekte mit Final Cut Pro darstellt.
Von der Vorbereitung und Planung über die Nachbearbeitung
bis hin zum fertigen Film beweist Galileo-Design ein richtiges
Gespür für gute Titel.
Unterstützt werden die Aussagen
des Autors mit einer beiliegenden DVD-Rom sowie einem Onlinezugang
auf www.galileodesign.de .
Online erhält der Besitzer des Buches ein zusätzliches
Kapitel zum Thema Kompression und Videoqualität.